Was kostet ein Chatbot? Realistische Preise für KI-Chatbots 2026
„Was kostet ein Chatbot?” ist eine der häufigsten Fragen, die wir von Geschäftsführern und Abteilungsleitern hören. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber damit du eine realistische Einschätzung bekommst, schlüsseln wir die Kosten transparent auf.
Die kurze Antwort
| Chatbot-Typ | Preisrange | Zeitrahmen |
|---|---|---|
| Einfacher FAQ-Bot (regelbasiert) | 3.000 – 8.000 € | 2–4 Wochen |
| KI-Chatbot mit RAG (Wissensdatenbank) | 8.000 – 25.000 € | 4–8 Wochen |
| Enterprise-Bot (Multi-Channel, CRM-Anbindung) | 20.000 – 50.000 € | 8–16 Wochen |
Dazu kommen laufende Kosten von 200–2.000 Euro pro Monat für Hosting, API-Nutzung und Wartung.
Was beeinflusst den Preis?
1. Datenquellen und Integration
Der größte Kostentreiber ist nicht der Chatbot selbst, sondern die Anbindung an deine Systeme:
- Einfach: Der Bot beantwortet Fragen aus einem PDF oder einer FAQ-Seite → günstig
- Mittel: Der Bot greift auf Confluence, SharePoint oder eine Wissensdatenbank zu → mittlerer Aufwand
- Komplex: Der Bot ist ans CRM angebunden, kann Tickets erstellen, Bestellungen prüfen → teuer
Jede zusätzliche Integration bedeutet API-Entwicklung, Authentifizierung und Fehlerbehandlung.
2. KI-Modell und Hosting
Moderne Chatbots nutzen Large Language Models (LLMs). Die Kosten dafür:
- Cloud-APIs (OpenAI, Anthropic): 0,5–3 Cent pro Anfrage, einfach zu starten
- Self-Hosted (Llama, Mistral): Keine API-Kosten, aber Server-Infrastruktur nötig (500–2.000 €/Monat)
- On-Premise: Für Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen, höhere Initialkosten
Für die meisten mittelständischen Unternehmen sind Cloud-APIs der beste Einstieg. Die laufenden Kosten liegen bei typischer Nutzung (1.000–5.000 Anfragen/Monat) bei 50–200 Euro.
3. Kanäle und Benutzeroberfläche
Wo soll der Bot erreichbar sein?
- Website-Widget: Am günstigsten, oft im Grundpaket enthalten
- WhatsApp Business: Zusätzliche Kosten für WhatsApp Business API (50–100 €/Monat)
- Microsoft Teams / Slack: Integration in vorhandene Unternehmenskommunikation
- Eigene App: Deutlich teurer, nur bei hohem Nutzervolumen sinnvoll
4. DSGVO und Datenschutz
Für deutsche Unternehmen ist DSGVO-Compliance nicht optional. Das beeinflusst die Kosten:
- Datenverarbeitung in der EU (EU-Cloud-Regionen)
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit allen Dienstleistern
- Logging und Audit-Trail für Anfragen
- Opt-in-Mechanismus für Nutzer
Bei Cloud-APIs wie OpenAI ist das mittlerweile gut gelöst. Bei sensiblen Daten (Gesundheit, Finanzen) kann ein Self-Hosted-Modell nötig sein. Mehr zum Thema in unserem Leitfaden für DSGVO-konforme Software.
MVP-Ansatz: Klein starten, schnell lernen
Unser Rat: Starte mit einem MVP für 5.000–10.000 Euro. Das reicht für:
- Einen RAG-basierten Chatbot mit deiner Wissensdatenbank
- Website-Integration als Chat-Widget
- Grundlegendes Analytics-Dashboard (Top-Fragen, Antwortqualität)
- DSGVO-konforme EU-Hosting
Nach 4–6 Wochen hast du ein funktionierendes System und echte Nutzungsdaten. Darauf basierend entscheidest du, ob und wie du erweiterst.
Laufende Kosten im Überblick
| Posten | Monatlich |
|---|---|
| LLM-API (Cloud) | 50 – 500 € |
| Hosting (EU-Cloud) | 50 – 300 € |
| Wartung & Updates | 200 – 500 € |
| WhatsApp API (optional) | 50 – 100 € |
| Gesamt | 350 – 1.400 € |
Bei einem Self-Hosted-Modell fallen die API-Kosten weg, dafür steigen die Hosting-Kosten auf 500–2.000 Euro für GPU-Server.
Wann lohnt sich ein Chatbot?
Ein Chatbot rechnet sich, wenn:
- Dein Support-Team wiederkehrende Fragen beantwortet (>30% repetitive Anfragen)
- Neue Mitarbeiter lange Onboarding-Zeiten haben
- Kunden außerhalb der Geschäftszeiten Antworten brauchen
- Wissen in Dokumenten steckt, die niemand durchliest
Typische Ergebnisse nach Einführung:
- 40–60% weniger 1st-Level-Support-Anfragen
- 50–70% kürzere Onboarding-Zeit für neue Mitarbeiter
- 24/7 Verfügbarkeit ohne zusätzliches Personal
FAQ
Kann ich nicht einfach ChatGPT nutzen?
Für interne Nutzung: ja, als Einstieg. Aber ein Unternehmens-Chatbot braucht Zugang zu deinen spezifischen Daten (RAG), kontrollierte Antworten, DSGVO-Compliance und Integration in deine Systeme. Das kann ChatGPT out-of-the-box nicht.
Wie lange dauert die Entwicklung?
Ein MVP: 4–6 Wochen. Ein vollständig integrierter Enterprise-Bot: 8–16 Wochen. Die Datenaufbereitung (deine Dokumente indexieren und aufbereiten) dauert oft länger als die technische Entwicklung.
Was passiert, wenn der Bot falsche Antworten gibt?
Kein LLM ist perfekt. Deshalb ist RAG (Retrieval-Augmented Generation) so wichtig: Der Bot antwortet nur basierend auf deinen geprüften Dokumenten und gibt Quellenangaben an. Zusätzlich kannst du Feedback-Mechanismen einbauen und die Antwortqualität kontinuierlich verbessern.
Fazit
Ein KI-Chatbot muss nicht teuer sein. Mit einem MVP-Ansatz für 5.000–10.000 Euro bekommst du in 4–6 Wochen ein funktionierendes System, das echten Mehrwert liefert. Wichtig ist, realistisch zu planen und nicht sofort die Enterprise-Lösung anzustreben.
Du überlegst, ob ein Chatbot für dein Unternehmen sinnvoll ist? In einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch analysieren wir deinen Use Case und geben dir eine ehrliche Einschätzung – ohne Verkaufsdruck. Lies auch, wie KI im Vertrieb konkret aussieht und welche Fördermittel für KI-Projekte verfügbar sind.
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Muhammed Bayram
Author at bayram.solutions
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