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Gründung & Strategie

Softwareentwicklung in Deutschland vs. Offshore: Was wirklich günstiger ist

Muhammed Bayram
21. February 2026
8 min read
Softwareentwicklung in Deutschland vs. Offshore: Was wirklich günstiger ist
Offshore-Entwicklung wirkt auf den ersten Blick günstiger. Aber wenn man Kommunikationsaufwand, Qualitätsprobleme und versteckte Kosten einrechnet, sieht die Rechnung oft anders aus.

Ein deutscher Entwickler kostet 80–120 €/Stunde. Ein Entwickler in Indien oder Osteuropa 20–40 €/Stunde. Die Rechnung scheint einfach: Offshore ist günstiger. Aber diese Rechnung ist unvollständig.

Wir sagen das nicht, um Offshore-Entwicklung grundsätzlich schlecht zu reden. Es gibt Szenarien, in denen sie funktioniert. Aber für die meisten mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist die Gleichung komplizierter, als der Stundensatz vermuten lässt.

Die versteckten Kosten von Offshore

1. Kommunikationsaufwand

Du sparst 50 % beim Stundensatz, aber du (oder jemand in deinem Team) verbringst 10–15 Stunden pro Woche mit:

  • Anforderungen erklären und nachschärfen
  • Missverständnisse aufklären
  • Code-Reviews, weil die Qualität schwankt
  • Meetings in ungünstigen Zeitzonen (morgens um 7 oder abends um 21 Uhr)
  • Schriftliche Dokumentation, die bei lokaler Zusammenarbeit mündlich geklärt würde

Diese Zeit kostet dich Geld – dein eigenes oder das deines Projektmanagers. Und sie taucht nie im Offshore-Angebot auf.

2. Qualitätskosten

Nicht jeder Offshore-Entwickler liefert schlechte Qualität. Aber die Wahrscheinlichkeit für Probleme steigt, wenn:

  • Der Entwickler dein Geschäftsmodell nicht versteht (kulturelle Distanz)
  • Es keinen direkten Draht zum Endnutzer gibt
  • Code-Reviews über Zeitzonen hinweg verzögert werden
  • Kurzfristiges Nachsteuern schwieriger ist

Die Kosten für Nacharbeit – Bugs fixen, Anforderungen nachjustieren, Code refactoren – fressen den Stundensatz-Vorteil oft komplett auf.

3. Projektmanagement-Overhead

Bei lokaler Zusammenarbeit: Du sprichst direkt mit dem Entwickler. Bei Offshore brauchst du meistens einen Projektmanager als Zwischenschicht – entweder auf deiner Seite oder auf der des Anbieters. Manchmal beides.

Das bedeutet: Eine Person, die selbst nicht entwickelt, aber bezahlt wird, um zwischen dir und dem Team zu vermitteln. Das ist ein Kostenfaktor, der bei lokaler Entwicklung nicht existiert.

4. DSGVO-Risiko

Personenbezogene Daten (Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner) dürfen nicht ohne Weiteres außerhalb der EU verarbeitet werden. Bei Offshore-Entwicklung musst du sicherstellen:

  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach EU-Recht
  • Angemessenes Datenschutzniveau im Zielland (oder Standardvertragsklauseln)
  • Technische Maßnahmen (VPN, verschlüsselte Zugänge, keine lokale Datenspeicherung)

Bei einem Verstoß haftest du – nicht der Offshore-Anbieter. Die Bußgelder nach DSGVO können bis zu 4 % des Jahresumsatzes betragen.

5. Vendor Lock-in und Abhängigkeit

Was passiert, wenn das Offshore-Team wechselt, der Anbieter das Projekt abgibt oder du unzufrieden bist? Oft ist der Code schlecht dokumentiert, das Wissen liegt beim externen Team, und ein Wechsel bedeutet praktisch einen Neustart.

Bei lokaler Entwicklung: Du hast direkten Zugang zum Code, zur Dokumentation und zum Entwickler. Ein Wechsel ist machbar, weil alles transparent ist.

Wann Offshore funktioniert

Fairerweise: Es gibt Szenarien, in denen Offshore-Entwicklung sinnvoll ist:

  • Großes, klar definiertes Projekt mit detaillierter Spezifikation (Pflichtenheft steht)
  • Eigenes technisches Team auf deutscher Seite, das Code-Reviews macht und steuert
  • Standardisierte Aufgaben (z. B. Mobile-App nach fester Designvorlage)
  • Nearshore (EU) statt Offshore (Asien) – ähnliche Zeitzone, DSGVO-konform, kulturell näher

Wenn du selbst kein technisches Team hast und die Anforderungen sich noch entwickeln: Offshore ist das falsche Modell.

Der ehrliche Kostenvergleich

Kostenfaktor Deutschland (80–120 €/h) Offshore (20–40 €/h)
Stundensatz Entwicklung Höher Niedriger
Kommunikationsaufwand Minimal (gleiche Sprache, Zeitzone) 10–15 h/Woche eigene Zeit
Projektmanagement Direkt, kein Overhead Zusätzlicher PM nötig
Nacharbeit / Bugs Geringer (kurze Feedback-Loops) Höher (verzögerte Korrektur)
DSGVO-Compliance Inkludiert Eigener Aufwand + Risiko
Code-Ownership Klar geregelt Oft unklar
Gesamtkosten MVP 5.000–15.000 € 3.000–8.000 € + 3.000–8.000 € versteckte Kosten
Time-to-Market 4–8 Wochen 6–14 Wochen (inkl. Korrekturschleifen)

Effektiv liegen die Gesamtkosten oft auf dem gleichen Niveau – mit dem Unterschied, dass du bei lokaler Entwicklung schneller fertig bist, weniger Risiko trägst und das Ergebnis direkt nutzbar ist.

Was lokale Entwicklung besser macht

Das hier ist keine Deutschland-Flagge-schwenken-Argumentation. Es sind praktische Vorteile:

  • Gleiche Sprache: Anforderungen werden auf Deutsch besprochen. Keine Übersetzungsfehler bei fachlichen Begriffen.
  • Gleiche Zeitzone: Fragen werden in Minuten geklärt, nicht über Nacht.
  • Kulturelles Verständnis: Dein Entwickler kennt DSGVO, deutsches Arbeitsrecht, Mittelstands-Prozesse.
  • Direkter Kontakt: Kein PM dazwischen. Du sprichst mit der Person, die deinen Code schreibt.
  • Rechtliche Sicherheit: Deutsches Vertragsrecht, klare Haftung, keine internationalen Rechtsstreitigkeiten.

FAQ

Ist Nearshore (Osteuropa) eine gute Alternative?

Ja – oft die beste Kombination aus Kosten und Qualität. Länder wie Polen, Tschechien oder Rumänien haben starke Entwickler, sind in der EU (DSGVO-konform) und in ähnlichen Zeitzonen. Der Stundensatz liegt bei 40–70 € – günstiger als Deutschland, aber ohne die Offshore-Risiken.

Ab welcher Projektgröße lohnt sich Offshore?

Unter 50.000 € Projektvolumen lohnt sich Offshore selten. Der Kommunikations- und Steuerungsaufwand ist fix – egal ob das Projekt 10.000 € oder 100.000 € kostet. Bei kleineren Projekten überwiegt dieser Overhead.

Wie finde ich einen guten lokalen Entwicklungspartner?

Achte auf: eigene Projekte im Portfolio (nicht nur Agentur-Arbeit), transparente Kommunikation im Erstgespräch, klare Aussagen zu Scope und Preis, und die Bereitschaft, klein zu starten (MVP) statt ein Riesenprojekt zu versprechen. Wir haben dafür eine ausführliche Checkliste geschrieben.

Fazit: Der Stundensatz ist nicht der Preis

Offshore-Entwicklung kann funktionieren – unter den richtigen Bedingungen. Aber für die meisten mittelständischen Unternehmen in Deutschland, die ihre ersten digitalen Projekte umsetzen, ist lokale Entwicklung schneller, risikoärmer und oft nicht teurer als Offshore.

Der Stundensatz ist ein Faktor. Aber der Preis eines Projekts besteht aus viel mehr: Kommunikation, Qualität, Geschwindigkeit, Rechtssicherheit und dem Wert deiner eigenen Zeit.

Du vergleichst gerade Angebote und bist unsicher, welcher Weg der richtige ist? Lass uns in einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch dein Projekt durchgehen – ehrlich und ohne Verkaufsdruck. Für die Region Karlsruhe und Baden-Württemberg: Softwareentwicklung in Karlsruhe.

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Softwareentwicklung Offshore Nearshore Deutschland Mittelstand Outsourcing DSGVO

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Author at bayram.solutions

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